Plattentaufe im Senkel

Als die ersten Schaufeln Müll in den Tonnen landeten, wurde uns auf einen Schlag bewusst: Die Plattentaufe von “Stellwärch” ist vorüber. Noch immer war der Boden im SENKEL überzogen von einer schuttartigen Mischung aus Schuhdreck, Konfettiglimmer und Bierbechern. Ein Haufen Arbeit stand uns noch bevor. Und doch war klar, dass diese lang herbeigesehnte Nacht nun vorüber war. Die Gäste weg, die Biertanks leer und die Musik aus.
_DSC4209kleinEtliche Stunden vorher lagen Zweifel und Unsicherheit in der Luft. Wo soll der Beamer hin, ist das Bild gross genug, will das überhaupt jemand sehen, wo steht anschliessend das DJ-Pult, wer macht die Kasse und wer kriegt welchen Bändel? Wer ist auf der Gästeliste, wie funktioniert das mit diesem Reservierungssystem und vor allem: kommen denn überhaupt die Leute?

Als um Viertel vor elf das Konzert ein erstes Mal nach hinten verschoben werden musste, hatte sich zumindest die letzte Frage geklärt. Bis weit nach draussen in die kühle Nacht hatte eine Schlange sich gebildet, und das überrumpelte Sicherheitspersonal verkündete den anstehenden Gäste bereits die unmissverständliche Nachricht: “Heute ausverkauft”.

Als ob wir nicht schon genug im Seich gewesen wären! Freunde, die nicht mehr rein können. Kassenpersonal am Anschlag. Und noch immer eine grosse Schlange von Leuten, die sich ihre Plätze vorher reserviert hatten. Doch hatten diese Stressmomente durchaus ihre gute Seite: Keiner von uns hatte überhaupt die Zeit, um vor dem Auftritt nervös zu werden.

Als endlich Manus tiefe Toms durch den Senkel dröhnten und wir unser Konzert beginnen konnten, fiel eine zentnerschwere Last von uns. Die Taufe von “Stellwärch”, der ersten Platte unter dem Namen HebDiDe, hatte begonnen. Vor ausverkauftem Haus. Vor unseren Eltern und Verwandten. Vor unseren Freundinnen und Freunden. Vor einem ganzen Haufen anderer Leute, die wir nicht kannten. Vor einem sensationellen Publikum. Und vor Erich, der einen super Job am Mischpult machte.
_DSC4052kleinEs wäre ganz und gar unmöglich gewesen, sich in diesem Moment nicht zu freuen oder diese Freude überlagern zu lassen von Zweifel und Angst. Dank euch, liebe Freunde, spielte es sich wie ganz von selbst! Und damit meinen wir auch Criga und Bani, die mit uns auf der Bühne waren. Und wir meinen die Jungs von Pflegeleicht, die uns vor und während dem Konzert die Daumen drückten.

Während dem eigentlichen Taufakt realisierten wir vielleicht zum ersten Mal, wie viele Leute sich mit uns freuten, mit uns feierten und mit uns tanzten. Der Moment der Taufe, festgehalten von Emanuel, war überwältigend.
_DSC4163kleinUmso mehr genossen wir den Rest des Konzertes und die anschliessende wilde Feier mit The Rolling Bombers und DJ Jolly Roger.

Am CD-Stand begann nach dem Konzert der zweite Teil einer langen und freudigen Nacht. Viele Gesichter und viele Hände traf man da oder an der Bar oder auf der Tanzfläche, bis tief in die Nacht. Ein riesengrosses Danke an alle, die uns geholfen, uns unterstützt, mit uns gearbeitet, sich mit uns gefreut und mit uns die Platte “Stellwärch” getauft und gebührend gefeiert haben. Ihr habt für uns diese Nacht unvergesslich gemacht und die Weichen neu gestellt. Cheers!
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